Im Topspiel setzt es die zweite Saisonniederlage  

Auf den „Tag des Oldenburger Handballs“ wird der ATSV Habenhausen in Zukunft zumindest aus sportlicher Perspektive ungern zurückblicken. Gegen den TvdH Oldenburg unterliegt der Spitzenreiter knapp aber verdient mit 26:24 (14:14).

Das ungute Gefühl beschlich ATSV-Trainer Matthias Ruckh bereits seit einigen Spielen. „Wir haben zwar die Spiele gewonnen, doch die Leistungen waren nicht zufriedenstellend.“, erklärt er und ergänzt: „Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir auf eine Mannschaft treffen, die das bestraft.“. Dieser Moment ist am 21. Spieltag gekommen. Gegen den Tabellendritten TvdH Oldenburg zeigen die Handballer aus Bremen eine über weite Strecken ausbaufähige Leistung und unterliegen den aufopferungsvoll kämpfenden Gastgebern mit zwei Toren.

Für Ruckh war der Knackpunkt schnell ausgemacht: „Mit 26 Gegentoren kann ich leben, doch im Angriff hatten wir zu wenig Durchschlagskraft und scheitern zu oft an Oldenburgs Torwart Jannik Rohde.“. Dabei kam seine Mannschaft zunächst besser aus den Startlöchern und ging vor über 1.000 Zuschauern in der Kleinen EWE-Arena früh in Führung. Über 2:0, 3:1 und 6:4 konnten die Gäste, unterstützt von knapp 100 mitgereisten Habenhauser Fans, bis zum 7:5 von Kapitän Björn Wähmann die Zwei-Tore-Führung halten. Eine höhere Führung sollte für sein Team nicht herausspringen. Die Gastgeber, die besonders über Mittelmann Theis Sondergard immer wieder Akzente setzen konnten, blieben dran, sodass sich bis zum Halbzeitpfiff keine Mannschaft absetzen konnten. Beim Spielstand von 14:14 wurden die Seiten gewechselt.

Das Katz-und-Maus-Spiel setzte sich nach dem Wiederanpfiff fort. Legte die eine Mannschaft vor, zog die andere umgehend nach. Bis zum 18:18 von Linksaußen Tim Brauner blieb das Spiel ausgeglichen. Zwar vergab Gastgeberakteur Theis Sondergard im Anschluss einen Siebenmeter, doch offensichtlich sollte diese vergebene Chance für den TvdH zum Brustlöser werden. Mit drei Toren in Folge konnte der Turnverein beim 21:18 erstmalig mit drei Toren in Führung gehen. Der ATSV schwächte sich währenddessen selbst. Kreisläufer Lino Hintke sah nach einem unglücklichen Foul an seinem Pendant Simon Mayer die rote Karte. Da mit Leon Grieme ein weiterer abwehrstarker Spieler während der zweiten Halbzeit verletzungsbedingt ausfiel, strichen sich die Optionen für Trainer Ruckh zusammen.

„Trotzdem bin ich mit der Leistung in der Abwehr über weite Strecken einverstanden.“, schildert er, ehe er anfügt: „Im Angriff schlagen wir uns dafür selbst.“. Was er meint: Besonders über die Halbpositionen fehlte es dem ATSV immer mehr an Durchlagskraft und Spritzigkeit. Ruckh erklärt: „Wir lassen den Ball viel zu selten mit Tempo laufen, sondern verstricken uns immer wieder in unglückliche 1:1-Situationen.“. Kam doch Mal ein Ball auf das Tor von Oldenburgs Keeper Rohde, war der Schlussmann ein ums andere Mal zur Stelle. Trotz der ausbaufähigen Offensivleistung bot sich für die Gäste die Chance auf die Wende. Doch dass der mögliche Gegenstoß zum 23:23 zwecks ungenauem Zuspiel nicht seinen Weg ins Ziel fand, passte an diesem Nachmittag ins Bild.

Als Joost Sanders für Oldenburg knapp eine Minute vor dem Ende vielumjubelt auf 26:23 erhöhte, war die zweite Habenhauser Saisonniederlage besiegelt. Matthias Ruckh war nach dem Schlusspfiff darum bemüht, Fakten zu bewerten: „Wir haben gegen den Tabellendritten, der heute eine wirklich gute Leistung gezeigt hat, knapp verloren. Das ist kein Beinbruch. Wir stehen nach 21 Spielen mit erst zwei Niederlagen an der Tabellenspitze und haben nach wie vor alle Trümpfe selbst in der Hand.“. Dass auch TvdH-Trainer Lukas Brötje im Anschluss an die Partie von der stärksten Saisonleistung seiner Mannschaft sprach, dürfte den Faktencheck von Matthias Ruckh untermauern. Sein Blick galt da bereits dem nächsten Spiel: „Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, um uns auf den kommenden Gegner vorzubereiten. Gegen den TV Oyten wollen wir mit einer besseren Leistung wieder zurück in die Spur finden und werden die Fehler aus dem Spiel in Oldenburg während der Trainingswochen intensiv aufarbeiten.“. Anpfiff zum Derby gegen den TVO ist am Sonntag, den 07.04, um 17:00 Uhr in der Hinni-Schwenker-Halle.

Foto: Nils Conrad
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Foto: Robin Wolter
Foto Robin Wolter
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