Erster Auswärtssieg: ATSV entscheidet Krimi in letzter Sekunde

Der ATSV Habenhausen hat den ersten Auswärtssieg der Saison eingefahren. In einer engen und phasenweise hitzigen Begegnung setzte sich die Mannschaft von Trainer Thommes Krüger am Freitagabend bei der HSG Schaumburg mit 27:26 (15:13) durch. Obwohl es der ATSV mehrfach verpasste, sich deutlicher abzusetzen, behielt er in den entscheidenden Momenten die nötige Ruhe und sicherte sich durch einen Treffer in der Schlusssekunde zwei wichtige Punkte. Mit nun 8:6 Zählern steht Habenhausen nach sieben Spieltagen auf dem siebten Tabellenplatz der Solarservice Norddeutschland Regionalliga.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase erarbeitete sich Habenhausen zunächst leichte Vorteile. Über das 5:3 in der neunten Minute setzte sich der ATSV bis zur elften Minute auf 6:3 ab. Allerdings gelang es nicht, diesen Vorsprung weiter auszubauen. Die Gastgeber kämpften sich zurück und gingen beim 9:8 in der 18. Minute sogar selbst in Führung. Habenhausen fand anschließend wieder besser in die Begegnung und erarbeitete sich bis zum Seitenwechsel eine knappe 15:13-Führung.

Für zusätzliche Unruhe sorgte bereits in der sechsten Spielminute eine Rote Karte gegen Paul Bonnet. Aus Habenhauser Sicht traf die Entscheidung offenbar nicht den Spieler, der an der betreffenden Situation maßgeblich beteiligt war. Auch im weiteren Verlauf sorgten einige Schiedsrichterentscheidungen für Diskussionen. Gemeinsam mit der zunehmend emotionalen Atmosphäre in der engen Sporthalle Waltringhausen entwickelte sich daraus eine intensive Begegnung.

Auch nach dem Seitenwechsel erwischte der ATSV zunächst den besseren Start und setzte sich durch einen Treffer von Jonas Millahn in der 33. Minute auf 17:14 ab. Doch wie bereits im ersten Durchgang ließ sich Schaumburg nicht abschütteln. Beim 19:20 in der 40. Minute waren die Gastgeber wieder bis auf einen Treffer herangekommen, ehe Habenhausen durch Tore von Philipp Holst und Jovan Danevski auf 22:19 davonzog. Trotz dieser zwischenzeitlichen Drei-Tore-Führung gelang es nicht, die Begegnung frühzeitig zu entscheiden. Zahlreiche ausgelassene Torchancen, darunter insgesamt drei verworfene Siebenmeter, verhinderten einen deutlicheren Vorsprung.

Eine wichtige Rolle spielte dabei Kapitän Louis Beyer, der nach seiner Verletzungspause erstmals wieder auf dem Feld stand. Mit acht Treffern war er auf Anhieb erfolgreichster Habenhauser Torschütze und übernahm gerade in der zweiten Halbzeit Verantwortung. Auch Luc Schluroff trug mit sechs Toren wesentlich zur Offensivleistung bei.

So entwickelte sich eine zunehmend spannende Schlussphase. Nachdem Habenhausen in der 49. Minute noch mit 25:22 geführt hatte, verkürzten die Gastgeber den Rückstand kontinuierlich und erzielten in der 53. Minute den 25:25-Ausgleich. Louis Beyer brachte den ATSV knapp vier Minuten vor dem Ende noch einmal mit 26:25 in Führung, doch Schaumburg glich in der 59. Minute per Siebenmeter zum 26:26 aus.

Die Entscheidung fiel schließlich unmittelbar vor dem Schlusspfiff. Nach einer Auszeit der Gäste und einer weiteren Unterbrechung auf Schaumburger Seite war es Philipp Holst, der mit seinem Treffer zum 27:26 in der letzten Spielsekunde den umjubelten Auswärtssieg perfekt machte. Gerade in den entscheidenden Phasen hatte die Habenhauser Defensive ihre Ordnung bewahrt und damit die Grundlage dafür gelegt, dass sich die Mannschaft trotz der vergebenen Möglichkeiten am Ende belohnen konnte.

Personell musste der ATSV unter anderem auf Kreisläufer Dante Louwers verzichten, der verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stand. Für ihn rückte A-Jugendspieler Bjarne Jensen in den Kader und sammelte seine ersten Einsatzminuten im Herrenbereich. Der Nachwuchsspieler fügte sich gut ein und überzeugte insbesondere mit einer konzentrierten Leistung in der Defensive. Nach dem gelungenen Auftritt von Ben von Agris im vorangegangenen Heimspiel war damit ein weiterer junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs Teil der Regionalligamannschaft – ein weiteres Beispiel für den konsequent verfolgten Habenhauser Weg.

Auch aus dem Trainerteam überwog nach der Partie die Zufriedenheit über den ersten Erfolg in der Fremde, wenngleich die Leistung noch Verbesserungspotenzial erkennen ließ: „Wir haben heute über weite Strecken geführt und es durch unsere Chancenverwertung selbst versäumt, uns einen größeren Vorsprung zu erarbeiten. Drei verworfene Siebenmeter und weitere ausgelassene Möglichkeiten machen ein solches Spiel unnötig eng. Umso wichtiger war, dass wir uns von der aufgeheizten Atmosphäre und den Diskussionen um einzelne Entscheidungen nicht aus dem Konzept bringen lassen haben. In der Abwehr waren wir gerade dann zur Stelle, wenn es darauf ankam. Besonders freut uns auch, wie sich Bjarne bei seinem ersten Einsatz eingebracht hat. Das zeigt, dass wir auf unsere jungen Spieler zählen können.“

Mit dem knappen Erfolg in Schaumburg belohnt sich Habenhausen erstmals auch auswärts für seinen Einsatz. Nach drei Niederlagen in der Fremde gelang es diesmal, eine umkämpfte Begegnung trotz eigener Fehler erfolgreich zu Ende zu bringen.

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